Deutschland besitzt genügend eigenes Gas!
Foto: Privatarchiv GW / Inklinometerbohrung RL 13 alt-Tagebau Böhlen 1988
Fundstelle: Axel Bojanowski:
Kanzler Schröder, die Russen und der verbotene Erdgas-Schatz
Textausschnitte:
Im Gastbeitrag erzählt der ehemalige Chef der deutschen Rohstoff-Behörde, welch dubiose Machenschaften dazu führten, dass Deutschland seine riesigen Erdgas-Ressourcen nicht fördern darf
Das kalte Wetter hat Deutschlands Erdgas-Vorräte kräftig schrumpfen lassen, obwohl hiesige Energieunternehmen in den vergangenen Jahren in aller Welt massenhaft Flüssiggas (LNG) eingekauft haben.
Dabei verfügt Deutschland eigentlich über eigene Erdgas-Ressourcen in großer Menge. Die müssen aber im Boden bleiben, aus politischen Gründen.
Lassen Sie mich Ihnen erzählen, wie es dazu kam. Aus nächster Nähe habe ich die Umstände miterlebt.
Solange wir Erdgas brauchen, können wir ein Viertel unseres Bedarfs selbst fördern – wenn nötig, über mehrere Jahrzehnte. Mit Fracking, einem erprobten, in der Öffentlichkeit verkanntem Hightech-Verfahren.
Eigenes Erdgas bringt gegenüber LNG, das wir teuer aus dem Ausland kaufen, ein dickes Plus für den Klimaschutz: Ein Viertel der CO2-Emissionen wird eingespart.
Denn um 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas bei uns als LNG anzulanden und in unser Erdgasnetz einzuspeisen, müssen in Übersee 25 Milliarden Kubikmeter gefördert werden. Auf der Strecke bleiben erhebliche Verluste durch Verflüssigung, Transport und Regasifizierung von LNG, jeweils verbunden mit CO2-Emissionen.
Nicht so bei heimischer Förderung. Fracking geht bei uns ohne Umweltschäden und nennenswerte Methanverluste. Sonst wird es nicht genehmigt, dafür sind die Bergbehörden da.
Auf der Habenseite außerdem: weniger Abhängigkeit von Lieferländern, in denen wir keinen Einfluss auf Förderbedingungen oder Methanlecks haben, sowie Wertschöpfung im eigenen Land - und die Möglichkeit, die Fracking-Bohrungen später für eine emissionsfreie, grundlastfähige Erdwärmegewinnung zu nutzen, jahrzehntelang.
Seit 2016/2017 ist Fracking zur Förderung von Erdgas aus Tonsteinen und Kohleflözen bei uns gesetzlich verboten. Wissenschaftliche Einschätzungen konnten sich gegen das Narrativ vom angeblich riskanten Fracking nicht durchsetzen. Viele hatten etwas dagegen.
Gazprom als Lieferant von russischem Erdgas wollte keine Konkurrenz; Nutznießer der Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 hatten eigene Interessen und Gegner fossiler Energierohstoffe fanden ein Feindbild.
Hier mein Plädoyer für die Nutzung von Fracking-Gas in Deutschland:
