SPD-MdB Otto Schily verteidigte zwei Jahre nach dem Sturz der kommunistischen Diktatur den SED-Wahlfälscher Wolfgang Berghofer. Ein Sturm der Entrüstung brach los und wehte vor allem über die
Köpfe der ostdeutschen SPD-MdBs hinweg.
Otto Schily war sich keiner Schuld bewußt. Er handelte als Anwalt und nicht als SPD-MdB. So sah er das.
Die Bevölkerung sah das ganz anders. Die war nicht schizophren genug, zwischen dem Anwalt Schily und dem Sozialdemokraten Schily zu unterscheiden. Das öffentlich verständliche Signal war
eindeutig:
Die SPD verteidigt in Person ihres Bundestagsabgeordneten den Wahlfälscher im Speziellen und die Wahlfälschungen im Allgemeinen! Das war die Botschaft unter Leuten, die Personen nicht von
ihrem Schatten trennen können. Erschwerend kam hinzu, Otto Schily verteidigte wenige Jahre vorher RAF-Verbrecher.
Als Sprecher der sächsichen Sozialdemokraten im Deutschen Bundestag nahm ich mir den Spezialdemokraten vor. Der einzige war ich nicht.
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Die TV-Diskussion
1992
