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Erste Gedanken zur Nordstreampause

 

 

Christian Müller/Gunter Weißgerber

Erste Gedanken zur Nordstreampause

Für wen ist der Anschlag auf Nordstream am nützlichsten?

 

Die Ukraine hat einen Krieg zu führen und andere logistische Sorgen, als Froschmänner oder      Mini-U-Boote in die Ostsee zu schicken (falls überhaupt verfügbar).

 

Die USA wollen die NATO-Erweiterung in Nordeuropa nicht gefährden. Der Anschlag erfolgte in Nähe der schwedischen Hoheitsgewässer. Schweden ist noch nicht in der NATO. Ein Nato- oder US-Angriff auf Nordstream würde die innerschwedische Diskussion beschweren.

 

Deutschland ist es bestimmt auch nicht gewesen.

 

Putin lässt Gas im Raum Petersburg in der Luft verbrennen, da ist doch eine Aktion Bornholm viel vorteilhafter, weil man alle Gegner beschuldigen kann und das Gas trotzdem loswird. Die Angst vor dem Gasaustritt dürfte in der Gegend Schweden-Dänemark-Angstdeutschland am wirkungsvollsten sein.

 

Polen erhält einen Denkzettel: Wenn wir wollen, steht ihr ohne Gas da. Auch ist die neue polnische Pipeline nun auch gefährdet. Putin könnte behaupten, wie ihr mir bei Nordstream, so ich euch mit der Baltic Pipe.

 

Europa steht noch stärker auf dem Schlauch, weil auch über die anderen Pipes nix kommen wird. Also: Gaspreis steigt, das ist für Putler nützlich. Im Zusammenhang mit dem Einleitungsstopp in die ukrainische Pipeline ist der Gaspreis wieder rasant gestiegen, was vor allem den Europäern erhebliche Probleme bereitet. Die Amerikaner haben kein Interesse an geschwächten Bündnispartnern.  

 

Der Gedanke an false flag der Russen leuchtet mir stärker ein. Die sind Nutznießer der EU-inneren Verunsicherung. Außerdem bekommen wir in der Ostsee für einige Zeit ein Bermuda-Dreieck, weil Schiffe, die in das aufsteigende Methan geraten, sinken können.

 

Im Übrigen ist bei Hören oder Sehen von Leitungsprojekten von Nordafrika nach Europa immer Lächeln angesagt. Wer will diese extrem langen Leitungen und vor allem wie schützen – in instabilen Regionen (IS, Al-Qaida usw.)?