Jetzt übertreibt er aber, der Opa in Brüssel

Jetzt übertreibt er aber, der Opa in Brüssel

Monsieur Juncker fordert einen EU-Staat nach seinem Gusto. Jean-Claude allmächtig oder so. Mir scheint, der Mann wird tüdelig.
Juncker will tatsächlich wie weiland das SED-Politbüro die Erddrehung anhalten. Die EU droht derzeit vor allem wegen des Brüsseler Hochmuts auseinander zu fallen und der gute Jean Claude will imperiale Kompetenzen für sein Amt, den EU-Ratspräsidenten will er abschaffen, den Einfluss der nicht demokratisch legitimierten Kommission will er ausbauen, den EU-Haushalt will er prächtig aufstocken (wahrscheinlich mit EU-Geld vom Mars, wo soll es sonst wohl herkommen), der EU-Krisenfonds soll durch die Mitgliedstaaten nicht mehr kontrolliert werden, es soll einen EU-Finanzminister geben usw. usf.  Nur die Vererbbarkeit ist ihm noch nicht öffentlich rausgerutscht.  
„l'État c'est moi“ postulierte Ludwig XIV. Der XVI. Ludwig verlor dann seinen Kopf.

Hoffentlich wird Jean-Claude I. seinen Kopf nicht verlieren, die mörderischen Zeiten der Französischen Revolution sind vorüber. Doch der gute Mann läuft Gefahr, seine EU zu zerdeppern. Wenn nicht er, dann wird es seinen  autokratisch gesetzten Nachfolgern  sicher so ergehen.

Die Briten sind raus. Sie dürften sich jetzt mehr denn je bestätigt sehen.

Was wird ihn wohl geritten haben, ausgerechnet wenige Tage vor der Wahl in Deutschland SPD und Union das Leben noch schwerer zu machen? Beide Parteien versagten Anfang September 2015 grandios, brachten eine ehrliche Korrektur nicht zustande, mogeln sich an den jetzt existenziellen Problemen der deutschen Mehrheitsgesellschaft vorbei und als ob das alles nicht hart genug ist, fällt ihnen jetzt Opa Juncker in den Rücken. Den müssten sie in die Schranken weisen und kriegen das nicht hin. Das gibt am 24.9.2017 noch einen auf die Nuss. Es nicht zu sehen, gehört schon in den Bereich von Kunstfertigkeiten.

Es gibt auch einen zusätzlich auf die Nuss durch die Öffentlich-Rechtlichen Belehranstalten. Wiederum ausgerechnet vor der Wahl tun die ihre jedes Maß übersteigenden Besoldungstarife allgemein kund? So als ob jedermann, der des Lesens und Schreibens kundig ist, da mithalten kann.
Hier lugt Westerwelles‘ spätrömische Dekadenz ziemlich selbstbewusst durch die Ritzen des Wolkenkuckucksheimes.

Wie wird es denn nun am Sonntag ausgehen? Ich weiß es nicht. Die Umfrageinstitute wissen es auch nicht. In meinem sehr großen Bekanntenkreis geht es ratlos zu. Alles gebildete Leute mit großer Liebe zur Bundesrepublik des 3.10. 1990. Was ihnen nichts nützt in ihrer Ratlosigkeit. Viele wollen sich entscheiden, die Erststimme den Direktkandidaten von SPD oder Union zu geben und die Zweitstimme der FDP. Die Umerzieher von den Grünen schmieren unter meinen Bekannten und Freunden schwer ab.
Manche wollen auch alles durchstreichen und Christian Kern oder Sebastian Kurz hinweisgebend auf den Zettel schreiben.   

Als Sozi hat man es nicht wirklich einfach.