Doch alte europäische Quellen erzählen etwas anderes.
Sie zeigen ein Gebiet, das zwischen mehreren Imperien gefangen ist, gezwungen ist, nach aufeinanderfolgenden Beschützer zu suchen, aber mit einem ständigen Willen nach Autonomie.
Warum Putin den Krieg wollte
Eine Annäherung der Ukraine an den Westen kam für Russland nicht in Frage, und das nicht nur aus geopolitischen Erwägungen. Wirtschaftlich erholten sich die ostmitteleuropäischen Nato-Länder rasch. Rumänien etwa, bisher das Armenhaus Europas, zog Investitionen an und überflügelte die Ukraine, die 1990 wesentlich besser dastand.
Im größten Stahlwerk der Ukraine geht es nicht mehr nur um Überlebende von Raketen und Stromausfällen. Es geht um Papierkram - und um ein Preisschild.
ArcelorMittal Kryvyi Rih sagt, dass es 2026 die Anlage schließen wird, die Stahl in Stahlstange und Draht verwandelt.
Und hier ist der Genickschuss für den Kreml:
Russland verkauft auch "schweres" Öl (Urals). Bisher mussten Indien und China das kaufen, weil Venezuela sanktioniert war.
Jetzt?
Indien und China können legales, billiges Öl aus Venezuela kaufen.
Die Folge:
Der Weltmarktpreis rauscht in den Keller (Brent bei 55 Dollar!).
Russland verliert seine Kunden.
Mensch, Donald Du komischer Witzbold, diese Suppe musst Du mit auslöffeln! Die unverdauliche Speise hat dein Staat angerichtet. Die damaligen Köche sind weg, das stimmt. Doch Du gehörst zum Servierpersonal, bist Oberkellner!
Seit dem 30. April 2024 und der Unterzeichnung des US-Ukraine-Mineralienvertrags ist die Stimmung eine andere, das trumpsche Momentum scheint zurückzukehren. Nicht nur, dass ihm der erste historisch bedeutsame Vertrag seiner zweiten Amtszeit gelang, er siegte über sich selbst und gab dem ukrainischen Präsidenten im Großgedruckten, nicht nur in Fußnoten, nach. Zelenskyys Verhandlungserfolg ist auch des US-Präsidentenerfolg. Beide glänzen in derselben Sonne. Im Schatten bleibt der Aggressor.
Unerheblich ist die Diskussion über den Eklat im Oval Office am 28.02.2025. Ob der Abbruch des Gesprächs geplant oder ungeplant war, nichts ändert eine diesbezügliche Erkenntnis an den kommenden Entwicklungen. Der US-Präsident will den Krieg beenden und er wird ihn aus heutiger Sicht sehr wahrscheinlich beenden. Rest-NATO und Europäische Union vermögen die US-Lücke in der Ukraine nicht zu füllen.
Bis hierher klopfe ich Donald Trump auf die Schulter. Hinsichtlich der Ukraine bin ich maßlos erschüttert. Statt die Vorgeschichte von Putins Krieg mit Unabhängigkeit 1991, US-Zwang zu Abgabe der Atomwaffen nach Rußland und Budapester Memorandum 1994, Putins ursprüngliche Bejahung der NATO-Beitritte der Ukraine und Georgiens, den russischen Überfall auf die Ukraine 2014 usw. darzustellen, rezipiert der die Lügen und Märchen des KGB-Mannes.
Was die Meinungsfreiheit und die Demokratie angeht, so glaubten die deutschen Teilnehmer, auf die berechtigte Kritik von Vance empört reagieren zu können, ohne auf seine Argumente eingehen zu müssen.