„In der politischen Ikonografie Russlands ist das Weiße Haus damit ein höchst widersprüchliches Symbol: Es steht für die letzte Phase der sowjetischen Macht und für den Aufstieg Jelzins zum Sinnbild der Demokratie in Russland, zugleich markiert es aber auch den Anfang vom Ende einer jungen postsowjetischen, parlamentarischen Demokratie.
Das historische Zeitfenster für die Chance der Deutschen Einheit in Freiheit und Sicherheit war nur kurz offen. Genaugenommen bis zum 19. August 1991. An dem Tag putschten die Hardliner in Moskau gegen Gorbatschow. Wäre deren Putsch von Erfolg gekrönt gewesen, hätten die Hardliner das Tor zur Deutschen Einheit genauso geschlossen wie sie die Freiheit in Mittelosteuropa blutig hinter ihrem restaurierten Eisernen Vorhang eingesperrt hätten.
In der SPD-Ost waren die Mehrheitsverhältnisse bezüglich der Deutschen Einheit klar gewesen. Die Zustimmung zur Wiedervereinigung war hoch. Eine Minderheit, oft mit Sympathien zur SED-PDS, sah das anders. Nach dem 19. August 1991 kamen aus dieser Minderheit etliche Sozialdemokraten auf mich zu und sagten, sie hätten sich geirrt und Weißgerber hatte Recht. Die Deutschen hatten nicht viel Zeit, um in Sicherheit die Einheit anzugehen. Die Putins hätten die Ostdeutschen zur Quark gedrückt.