Annette Heinisch
Seit rund 50 Jahren – dem sogenannten Pillenknick – ist bekannt, dass die Rente im Umlageverfahren nicht funktioniert. Die Politik hat dieses Problem nicht gelöst, sie hat es im Gegenteil durch mehrere falsche Weichenstellungen verschärft. Als Beispiele seien genannt: eine Familienpolitik, die Familie verächtlich macht, den Wert eines Menschen nur an seinem beruflich erwirtschafteten Profit bemisst und meint, durch Geldleistungen den erhöhten Stressfaktor abmildern zu können (eine untaugliche Maßnahme, weil sie nicht an der Ursache ansetzt). Die Politik hat durch hohe Wegnahme des selbst erwirtschafteten Einkommens die Spielräume des Einzelnen/der Familie zusätzlich verengt und durch den Ausbau des Sozialstaats die Illusion erzeugt und erhalten, dass der fürsorgende Staat letztlich alles abfedern kann. Damit wurde der Staat zum Versicherungsunternehmen. Nimmt man hinzu, dass der „Antikapitalismus“ weit verbreitet war und ist, ist das Rezept des Niedergangs geschrieben.
Tatsächlich waren bei Gründung der Bundesrepublik Deutschland Rente, Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung bewusst keine staatlichen Aufgaben; die Menschen sollten sich staatsfern selbst organisieren und eigenes Vermögen aufbauen. Dies wurde durch vermögenswirksame Leistungen unterstützt. Der mündige Bürger sollte weitgehend frei entscheiden können – eine bewusste Abkehr aufgrund der Diktaturerfahrung. Lenkungsabgaben waren undenkbar, weil der Staat Diener der Bürger war und sich niemals über sie erheben durfte als ihr Erzieher. Kapitalismus und Marktwirtschaft, in denen der Bürger frei entscheiden kann, was er kauft und was nicht, waren demgegenüber die Grundlage des Staates.
Das Wirtschaftswunder war kein Wunder, sondern logische Folge dieser Weichenstellungen.
Dieses Prinzip war starkem Gegenwind ausgesetzt. Diejenigen, die die Diktatur gut gefunden hatten, gab es ja noch. Und dann kamen die Sozialreformen der 70er Jahre, die von der SPD – schon grundsätzlich kein Freund von Marktwirtschaft und freiem Bürger – umgesetzt wurden.
Was aber in all den Jahren nicht geschah: Niemand sagte den Bürgern, dass der Sozialstaat in dieser Form nicht funktioniert, zwangsläufig zu hohen Schulden führt und zu einem Primat des Staates. Alle hatten Angst vor dem Wähler, der lieber falschen Versprechungen glaubt als der oft bitteren Wahrheit. Zumindest unterstellen sie ihm dies.
Hätte man vor 40 Jahren die Rente auf eine Kapitaldeckung umgestellt, hätten wir heute keine Probleme, sondern wohlhabende Bürger. Ich habe die KI gebeten, mir verschiedene Varianten auszurechnen:
Beispielrechnung 1:
Einzahlung 250 €/Monat:
„Ich rechne zuerst den Vermögensendwert aus 250 € monatlicher Einzahlung über 40 Jahre. Danach leite ich daraus die jährlichen und monatlichen Erträge je Anlageart ab. Annahmen für die Beispielrechnung Einzahlung: 250 € pro Monat Dauer: 40 Jahre = 480 Monate Zinseszins monatlich. Beispiel-Renditen p.a.:
a) Tagesgeld 2 %, b) Anleihen 3 %, c) Dividenden-ETF 6 %, d) MSCI World 7 %, e) Immobilien 4 % (netto, ohne Hebel) Formel Endwert Sparplan: FV = R × [((1 + r)^n − 1) / r], mit R = 250, r = Jahreszins/12, n = 480
Endvermögen nach 40 Jahren (gerundet) a) Tagesgeld 2 % p.a.: ca. 183.000 € b) Anleihen 3 % p.a.: ca. 223.000 € c) Immobilien 4 % p.a.: ca. 274.000 € d) Dividenden-ETF 6 % p.a.: ca. 465.000 € e) MSCI World 7 % p.a.: ca. 590.000 €
Abgeleitete Erträge aus dem Endvermögen Hinweis: „Erträge“ sind hier als laufende Jahresrendite auf das Endvermögen gedacht; bei Aktien/ETFs stammt ein Teil aus Kursgewinnen (nicht laufend). Zahlen brutto, ohne Steuern/Gebühren.
a) Tagesgeld 2 % p.a. auf 183.000 €: jährlich ≈ 3.660 €, monatlich ≈ 305 € b) Anleihen 3 % p.a. auf 223.000 €: jährlich ≈ 6.690 €, monatlich ≈ 558 € c) Immobilien 4 % p.a. auf 274.000 €: jährlich ≈ 10.960 €, monatlich ≈ 913 € d) Dividenden-ETF 6 % p.a. auf 465.000 €: jährlich ≈ 27.900 €, monatlich ≈ 2.325 € e) MSCI World 7 % p.a. auf 590.000 €: jährlich ≈ 41.300 €, monatlich ≈ 3.440 €“
Zwischenfazit: Mit nur 250 € pro Monat könnteman eine auskömmliche Rente erzielen (wenn man das Geld entsprechend anlegt), welche die 3.589 € Höchstrente (ebenfalls brutto), die derzeit gezahlt wird, fast erreicht. Dafür müssen aber derzeit 1.571,70 € (brutto) eingezahlt werden, nicht € 250!
Beispielrechnung 2:
Anlage des Durchschnittsbeitrags des Arbeitnehmers von 430 €/Monat 40 Jahre lang:
„Okay — wir rechnen erneut sauber mit 430 € monatlicher Einzahlung über 40 Jahre und leiten daraus die jährlichen und monatlichen Erträge für die genannten Anlagearten ab. Annahmen Sparrate: 430 € pro Monat Dauer: 40 Jahre = 480 Monate Zinseszins monatlich
Beispiel-Renditen p.a.: a) Tagesgeld: 2 % b) Anleihen (breit, IG/Global): 3 % c) Dividenden-ETF (gesamt): 6 % (Dividendenanteil typ. 2–3 %) d) MSCI World ETF: 7 % (Dividendenanteil typ. 1,5–2 %) e) Immobilien (netto, ohne Hebel): 4 % Formel Endwert Sparplan: FV = R × [((1 + r)^n − 1) / r], mit R = 430, r = Jahreszins/12, n = 480
Endvermögen nach 40 Jahren (gerundet) nach Höhe des Vermögens: a) 2 % p.a. (Tagesgeld): ca. 315.000 € b) 3 % p.a. (Anleihen): ca. 384.000 € e) 4 % p.a. (Immobilien, netto): ca. 471.000 € c) 6 % p.a. (Dividenden-ETF, gesamt): ca. 800.000 € d) 7 % p.a. (MSCI World): ca. 1.015.000 €
Abgeleitete Erträge aus dem Endvermögen (brutto, ohne Steuern/Gebühren). „Erträge“ = p.a.-Rendite × Endvermögen; bei Aktien/ETFs ist ein Teil Kursgewinn, nicht laufend. a) Tagesgeld 2 % p.a. auf 315.000 €: jährlich ≈ 6.300 €, monatlich ≈ 525 € b) Anleihen 3 % p.a. auf 384.000 €: jährlich ≈ 11.520 €, monatlich ≈ 960 € e) Immobilien 4 % p.a. auf 471.000 €: jährlich ≈ 18.840 €, monatlich ≈ 1.570 € c) Dividenden-ETF 6 % p.a. auf 800.000 €: jährlich ≈ 48.000 €, monatlich ≈ 4.000 € d) MSCI World 7 % p.a. auf 1.015.000 €: jährlich ≈ 71.000 €, monatlich ≈ 5.920 €“
Damit könnte man also Millionär sein und hätte allein von den Erträgen ein schönes, sorgenfreies Leben. Aus der Rentenkasse bekäme man in diesem Fall laut KI 570–595 €. Nimmt man die Durchschnittseinzahlung Arbeitgeber (!) und Arbeitnehmer (rund 900 €) zusammen, erhält man laut KI ca. 1.700 €. Bei einer Anlage im MSCI World käme man in diesem Fall auf 2.055.000 €, d. h. jährlich ca. 143.900 €.
Fazit: Der Staat macht uns als Bürger arm, wenn er uns in die Rentenversicherung zwingt. Er macht uns außerdem von sich abhängig, denn da das Umlagesystem mangels Kindern nicht funktionieren kann, hängt die Rente von Bundeszuschüssen ab. Im Jahr 2024 waren das ca. 94 Milliarden €, ein Viertel der Gesamteinnahmen der Rente. Flapsig formuliert: Der Staat macht Rentner zu Sozialhilfeempfängern.
Wir alle könnten vermögend sein und über die Generationen auch reich – ohne Staat. Das würde uns vom Staat und seiner Wohlfahrt unabhängig machen. Und genau das will die Politik nicht.
Was jetzt dringend nötig wäre, wäre ein wirklicher Paradigmenwechsel. Die Politik müsste das Wohl und den Wohlstand der Bürger priorisieren, was zugleich ein Super - Boost für die Wirtschaft wäre. Mit einem Bruchteil der Kosten könnte man Wohlstand generieren – aber das wird nicht gemacht. Wer mehr, z. B. auch Unternehmer, in die Rentenkasse einzahlen lässt und jungen Leuten nicht eine voll kapitalbasierte Rente nach eigenem Risikoprofil bei geprüften, unabhängigen (!) Vermögensverwaltungen ermöglicht, wurschtelt nur weiter vor sich hin.
