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Stichwort Witzkopf



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Steve Witkoff darf nicht einfach als „nützlicher Idiot“ abgetan werden. Er bewegt sich seit drei Jahrzehnten in russischen Geldkreisen, Mafia-Netzwerken und Immobilienpipelines. Er hat russische Wurzeln, baute sein Vermögen in New Yorker Kreisen auf, die von postsowjetischem, teils kriminellem Geld durchzogen waren, und wirbt heute für einen angeblichen „Friedensplan“, der exakt den Interessen des Kreml entspricht.
In den Neunzigern wurde der Manhattaner Luxusimmobilienmarkt zum wichtigsten Schauplatz für russische Geldwäsche. Sowohl Witkoff als auch Donald Trump profitierten davon. Während Trump Eigentumswohnungen an Käufer verkaufte, die mit Bargeldkoffern auftauchten, handelte Witkoff mit Bürogebäuden über undurchsichtige Finanzierungen und Notverkäufe. Beide operierten im selben russischen Kapitalstrom.
Heute ist Witkoff Trumps zentraler Ansprechpartner für Russland-Ukraine-Fragen – ohne diplomatische Erfahrung, ohne Ukraine-Kenntnisse, dafür mit tiefen russischen Netzwerken und einer langen Geschichte pro-kremlnaher Äußerungen. Das erinnert an 2016, als Paul Manafort, Trumps damaliger Wahlkampfchef, mit einem russischen Geheimdienstmann über einen „Friedensplan“ sprach, der die russische Invasion legitimieren, Sanktionen aufheben und Kiew zu Zugeständnissen zwingen sollte.
Trumps Behauptung, der Krieg wäre unter seiner Präsidentschaft „nie passiert“, ist absurd. Er wusste seit 2014 von Russlands Angriffen und war über Manaforts Gespräche informiert. Nun liegt erneut ein „Friedensplan“ auf dem Tisch – diesmal Witkoffs 28-Punkte-Paket. Die Forderungen und Narrative sind die gleichen wie damals: keine Innovation, sondern recycelte Kreml-Politik, präsentiert von Geschäftsleuten, die sich als Diplomaten ausgeben.
Witkoff agiert ohne öffentliche Kontrolle, weil er als Geschäftsmann wahrgenommen wird. Tatsächlich beeinflusst er die Haltung der USA gegenüber Russland, die Bewertung russischer Kriegsverbrechen, die NATO-Politik und die künftige Sicherheit der Ukraine – oft hinter verschlossenen Türen. Er wiederholt klar Kreml-Positionen: die Ukraine solle Gebiete abtreten, könne den Krieg nicht gewinnen und müsse Zugeständnisse machen. Das sind keine Meinungen, sondern außenpolitische Ziele Russlands.
Das Muster wiederholt sich: 1990er Jahre russisches Kapital in NYC, 2016 politische Einflussnahme über alte Netzwerke, 2024 Witkoff als Trumps Russland-Flüsterer, 2025 neuer Kreml-Friedensplan. Die Frage ist nicht, ob Witkoff kompromittiert ist, sondern warum die US-Politik gegenüber Russland von jemandem geprägt wird, dessen gesamtes Denken und Netzwerk in genau jener Welt entstanden ist, die russische Einflussnahme seit Jahrzehnten durchdringt – und warum niemand dies ernsthaft hinterfragt.