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Die Sache mit den Kurt-Fischer-Strassen

Wolfgang Leonhard seligen Angedenkens legte mir Ende Februar 1990 am Rande des ersten DDR-Parteitages der SPD (vormals SDP) die notwendige Korrektur des öffentlichen Bildes vom Kommunisten und Schwerverbrechers Kurt Fischer ans Herz. Wolfgang Leonhard stieß sich immer wieder an Strassennamen in der DDR, die den Namen eines Verbrechers wie Kurt Fischer trugen.

"Fischer hatte definitv was mit dem Ableben des ersten sächsischen Ministerpräsidenten Rudolf Friedrichs 1946 zu tun". Für Leonhard war es jedenfalls Mord, so sahen es auch andere seiner Begleiter aus SBZ/DDR-Gründungstagen. Friedrichs war ursprünglich SPD und liess sich 1946 mit in die SED zwangsfusionieren. Als Skeptiker der KPD und noch mehr als Demokrat stand er dem brutalen Kommunisten Fischer im Wege. Friedrichs plötzlicher Tod am 13. Juni 1946 überraschte nur Naive, so Wolfgang Leonhard 1990 zu mir.

1997 entschied die SPD Sachsen dank ihres Landesvorsitzenden Karl-Heinz Kunckel und seines Stellvertreters Rolf Schwanitz eine öffentliche Veranstaltung zum Thema, in deren Verlauf die sächsische SPD-Spitze die Bildung einer Historiker-Gruppe mit dem Ziel, die Problematik korrekt aufzuarbeiten und die Ergebnisse mittels eines Buches öffentlich zu machen. Das Dresdner Hannah-Ahrendt-Institut für Totalitarismusforschung konnte dafür gewonnen werden: 

„Einer von beiden muß so bald wie möglich entfernt werden“

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Die Vorgeschichte des Buchs anhand von Dokumenten meines Archivs: